Wanderung ins Sägimülitäli

 
 

Wanderungsbericht von Louis Schuppisser

 

Bei der Besammlung auf dem Bahnhof Brugg ist in einigen Gesichtern der elf Wanderlustigen Skepsis auszumachen, denn die Wetterprognose ist reichlich unsicher. In nur zwölf Minuten bringt uns das Postauto auf die Bözberg-Passhöhe 569m. Unterwegs zur Linner Linde kann Ursula Burkhard als Erste den Ruf des Kuckucks ausmachen. Die mächtige Linde ist 25m hoch und hat einen Stammumfang von elf Metern. Man schätzt ihr Alter auf ca. 800 Jahre. Da der Koloss von einem Baum von weither sichtbar ist, hat man von seinem Standort aus eine entsprechend gute Rundsicht.

 

 Wir durchqueren das Dorf Linn, das seit dem 1.01.2013 zusammen mit Gallenkirch, Oberbözberg und Unterbözberg die Gemeinde Bözberg bildet. Eine Tafel mit der Aufschrift Wasserfall weist uns den Weg ins verträumte, naturbelassene Sagimülitäli. Kurz vor den Wasserfällen liegt ein Weiher, der mit riesigen Krapfen bestückt ist. Da setzen wir uns zum Picknick nieder. Die einzigartige Stille veranlasst Louis zur Rezitation des Taugenichtsvon Gottfried Keller: Die ersten Veilchen waren schon erwacht im stillen Tal ….Nun zeigt sich plötzlich die Sonne, und sie begleitet uns auf dem zweiten Teil unserer Wanderung. In der Nähe des Steinbruchs fliessen drei Bäche zusammen, und keiner lässt es sich nehmen, vor der Vereinigung noch über Felsen zu springen. Der Linner Wasserfall ist mit seinen 5.4m sogar der höchste im Kanton Aargau.

 

Wie wir uns den ersten Häusern des Dorfes Effingen nähern, wird der Autobahn-Lärm immer aufdringlicher, denn dort, wo früher der Bahnhof Effingen stand, befindet sich heute das Nordportal des Bözberg Strassentunnels. An fruchtbaren Feldern vorbei erreichen wir Bözen, wo auf der Terrasse des Restaurants Post ein weiss gedeckter Tisch mit einem Korb voll Nuss- und Mandelgipfeln bereit steht. Alle sind des Lobes voll über die wunderschöne, leichte Wanderung, die uns Jacqueline geboten hat. Darum: Hab‘ 1‘000mal Dank, liebe Jackie, das war toll! Wir kommen gerne wieder mit.