Heimat - eine Grenzerfahrung / Bericht vom Ausstellungsbesuch im September 2017

»Heimat – Was ist das?«  Oder eher »Was ist Heimat für mich?«  - Dies zu erkunden sind am 27. September 2017 zehn Leute unter Silvia Zaninis Führung aufgebrochen. Lenzburg hiess unser Ziel mit der Heimat-Ausstellung im Zeughaus.

 

Dort nimmt uns eine Museumsführerin etwas beiseite und führt uns ins Gebotene ein. Mitzumachen, mitzudenken fordert sie uns auf, denn es werden kaum simple Bilder mit Sennenkäppi und Folklore gezeigt.

Zum Einstieg wird das Unheimliche als Gegenpol zur Heimat in einer Art Geisterbahn thematisiert. Dann analysiert ein Computerprogramm die Wurzeln unseres individuellen Heimatgefühls und von nun an begegnen wir uns immer wieder selbst in der Ausstellung. So liegen wir etwa in Liegestühlen und blickt in einen an die Decke projizierten  Kosmos von Sternen, jeder das Ergebnis der Heimatgefühle eines Ausstellungsbesuchers und irgendwo in dieser Wolke tauche plötzlich ich selber auf .., und dort Trudi und wieder an einem ander Ort Madeleine,  und ... und

Etwas entspannen können wir uns bei der Fahrt im Riesenrad, das in die Ausstellung integriert ist, und von dem aus wir dank schönem Wetter unsere nähere Heimat aus der Vogelperspektive betrachten. Aber es kommt noch besser: Wir besteigen ein Raumschiff, setzen eine Brille auf und erleben nun die Welt als virtuelle Astronauten. Unsere Heimat ist der Blaue Planet, der kleiner und kleiner wird. Wir fliegen an den grossen Planeten vorbei, immer schneller. Wir verlassen das Sonnensystem, wir fliegen hinaus in die Milchstrasse. Unsere Sonne wir zum kleinen, bedeutungslosen Lichtpunkt im All.

Als wir wieder festen Boden unter den Füssen haben, erhalten wir einen neuen »Heimatschein« ausgehändigt und ein klein wenig verändert wird wohl jede, jeder von uns die Ausstellung verlassen haben.

Nun meldeten sich wieder die irdischen Bedürfnisse. So steuerte uns Silvia in ein Restaurant, wo wir am runden Tisch unsere Eindrücke tauschten und einen kapitalen Eisbecher oder eine gluschtige Pizza verdrückten.

Alles in allem ist es ein richtig fesselnder Nachmittag geworden. Vielen Dank den Organisatoren von »pro audito baden«

                                                                                                                     Leo Schweri

(Die Ausstellung ist noch bis 25. März 2018 offen)