Bordeaux entdecken 22.-28. April 2018

 

Ein Reisebericht von Ursula Oehler

 

Swiss brachte am 22. Mai 2018 die kleine Reisegesellschaft mit der Leiterin Monica Varghaiyan nach Bordeaux. Wunderbar, inmitten der Altstadt lag unser Hotel. Restaurants, Geschäfte, viele Sehenswürdigkeiten, Tram und Bus waren bequem zu Fuss erreichbar.

Mit Sandrine, unserer Stadtführerin, erkundeten wir Montag- und Mittwochmorgen die Stadt gemütlich zu Fuss; hörten viel und verstanden praktisch alles dank der mobilen Höranlage über die Geschichte von Bordeaux und seiner Umgebung. Handel, Hafen und Wein brachten der Stadt schon früh grossen Reichtum. Prachtvolle Stadthäuser, Theater, Kirchen und Plätze zeugen noch heute davon und brachten der Stadt den Titel Weltkulturerbe der Unesco. Die Gebäude aus hellem Sandstein, der in der Umgebung abgebaut werden kann, wurden mit Sandstrahlen und Laser von Russ und Staub gereinigt und erstrahlen wieder im alten Glanz. Stolz sind die Bewohner auch auf die vielen kunstvollen schmiedeeisernen Gitter und Geländer an Balkonen, Fenstern und Brücken. Später durch Bauten in Paris berühmt gewordene Architekten haben oft zuerst in Bordeaux gewirkt. 

In der Cité du Vin, einem modernen Museumsbau nahe des ehemaligen Hafens, erfuhren wir auf amüsante Art die Geschichte des Weins seit den Anfängen. Über den Anbau und die Pflege des Weins hörten wir auch am Dienstag auf dem kleinen Weingut «Chateau Pierre de Lune» in der Gegend von St. Emilion. Verwöhnt wurden wir mit einem herrlichen, für die Gegend typischen Mittagessen und hauseigenem Wein durch die Besitzer. Ein Besuch der Pilgerstadt St. Emilion mit seiner Felsenkirche rundete den Tag ab. 

Der Donnerstag war ausgefüllt mit einer Fahrt nach Arcachon. Auf einem Rundgang durch ein riesiges Villenviertel mit unzähligen Baustilen und Hausnamen und den grossen Park erzählte uns Sandrine über die Zeit, als dieses Viertel zu Beginn des 20. Jahrhunderts von reichen Leuten, die ihre Tuberkulose während des Sommers hier zu kurieren versuchten, bewohnt waren. Am Wasser erhielten wir Einblick in die äusserst aufwendige Austernzucht und konnten frische Austern dann auch gleich bei den Züchtern verkosten. Monica und ihre Freundin Mireille, die unentbehrliche Hilfe bei der Vorbereitung der Reise und häufige, liebevolle Begleiterin von uns, gelang es, alle zu einer Kostprobe zu bewegen. Am Nachmittag bestiegen wir dann die Dune du Pilat mit dem herrlichen Blick auf die Bucht von Arcachon und den Atlantik.

Den Freitag zur freien Verfügung genossen alle auf ihre bevorzugte Art und Weise in dieser schon von den Kelten bewohnten und den Römern sehr geliebten humanen Stadt. Blütezeiten wechselten mit etwas weniger reichen Epochen. Von Zerstörungen und Seuchen wurde sie meist verschont.

Ein besonders feines Nachtessen im noblen «Le Bordeaux Gordon Ramsay» rundete die in allen Teilen gelungene Reise ab.