Eine Reise in den Iran mit pro audito baden

vor dem Golestan Palast

 

17 Personen, darunter ein gebürtiger und eine angeheiratete Iranerin, reisten im April 2019 für 2 Wochen nach Iran.

Wir waren 6 Ehepaare und 5 Alleinstehende. Gut- und Schlechthörende waren dabei und verstanden sich blendend.

Während der ganzen Reise begleitete uns die mobile Höranlage.

Einen grossen Dank geht an Monica Varghaiyan, unserer schweizerisch iranischen Reiseleiterin von pro audito baden! 





 



In Teheran erwartete uns eine junge Dame und zeigte uns die Stadt mit ihren antiken Museen, welche uns die grossartige Vergangenheit Persiens näherbrachte. Der prachtvolle Golestanpalast, der einstige Regierungspalast der Kadscharen, war bis zur Errichtung der islamischen Republik offizieller Sitz der persischen Monarchen. Vom Fernsehturm aus schweifte unser Blick über die 8-20 Millionenstadt, am Fusse der Gebirgskette Elburs schmiegend.

 

Am Abend lustwandelten wir mit Tausenden von Einheimischen auf dem Pol-e Tabiat, einer von einer jungen Architektin geplanten und 2014 fertiggestellten 250 m langen Fussgängerbrücke, welche in einem riesigen Freizeitgelände zwei Parkanlagen über einen vielspurigen Highway hinwegführt. 

Mahsa
beim Mittagessen
Im Bazar (aus männlicher Sicht)
Gruppenfoto
 
 

Shiraz

Im Nachtzugging es weiter nach Shiraz. Mitten im Nirgendwo hielt der Zug an und Einheimische stiegen aus für ein Gebet im nahen Gebetshaus. In Shiraz erwartete uns die neue Reiseleiterin, welche uns nun für den Rest der Tour begleiten sollte. Täglich inspirierte sie uns mit einem iranischen Gedicht vom Dichter Hafiz aus dem 14. Jhd. Über die Höranlage hörten wir die iranische Sprachmelodie und dann die ungewohnt melodische deutsche Übersetzung. 

 

Der Morgenwind 

Getränkt vom Moschus wird der Morgenwind wehen,   

die alte Welt wird in voller Jugend auferstehen.

Arghawan werden mit roten Kelchen den Garten schmücken,
Die Augen der Narzissen mit Bangen auf den Mohn blicken.

Der Bolbol, der die Qual der Trennung erlitt und den Verzicht,
Beim Anblick der Blumen in Jubel ausbricht.


In Shiraz besichtigten wir Moscheen, stilvolle Gärten und schlenderten durch den Bazar. Einem Tagesausflug galt Persepolis, der Hauptstadt des antiken Perserreichs unter den Achämeniden, 520 v.Chr. Mächtige Säulen und Fresken aus Stein, sowie filigrane Darstellungen der Völker, die den damaligen Herrschern ihre Aufwartung machten, gab es zu bestaunen. Unsere Reiseleiterin konnte bei den Reliefs entlang der Treppe sicher mehr als 10 Völker identifizieren: Nubier, Parther, Babylonier, Meder, Araber, Skythen, Griechen, Inder, usw.  Vieles wurde leider von Alexander (in iranischen Augen ist er kein ‘dem Grossen‘) zerstört.  

 

Auf dem Weg zurück nach Shiraz waren wir bei einem Cousin von Behrouz, dem Ehemann von Monica, zum Tee eingeladen. Auch weitere Anverwandte hiessen uns herzlich willkommen. Wir zogen die Schuhe aus und betraten einen sehr grossen Wohnraum. Die Polstermöbel sind alle entlang der Wand platziert, so dass alle einen Sitzplatz fanden. Nebst Tee gab es Nüsse, Früchte und Gebäck. Im ummauerten Garten standen Orangenbäumchen. Nach einem herzlichen Gruppenfoto ging es zurück ins Hotel. 

Persepolis
Der Co-Reiseleiter in Aktion
Erica in Persepolis
Gruppe in Shiraz beim Grab von Hafez
 
 

Kerman und die Wüste Lut


Am nächsten Morgen ging es weiter nach Kerman, das 580 km östlich von Shiraz liegt. Unterwegs wurde eingekauft für ein Picknick.

Bei diesen Reisen realisierte man, wie gross Iran ist. Wir fuhren mit einem sehr komfortablen Bus mit Einzel- und Doppelbestuhlung. Der grösste Teil Irans liegt auf einem Hochplateau von meist über 1000 m. ü.M., Kerman liegt auf 1755 m.ü.M. Wir überquerten einen Pass auf 2700 m ü.M. ohne es zu merken, denn die Steigung war sehr gering und die Strecken verliefen meist geradlinig. Aber kühler wurde es und Schneegipfel kamen in Sicht. 

In Kerman machten wir einen Ausflug gegen Osten, zum Rand der Salzwüste und der Wüste Lut, die grösste Wüste Irans und einer der heissesten Orte der Erde. Unterwegs gab es wieder schöne Gartenanlagen mit Springbrunnen zu besichtigen. 

Oft traf man auf Schulklassen. Wir wurden gelegentlich angesprochen, da die jungen Menschen ihr Englisch ausprobieren wollten. Behrouz hatte Vorteile, da er Farsi sprach. Die Reiseleiterin erzählte, dass Mädchen und Buben während der ganzen Schulzeit getrennt unterrichtet werden. Mädchen tragen während der ganzen Schulzeit ein Kopftuch. Im April ist das Klima angenehm. Im Sommer kommen weniger Touristen nach Iran, weil es zu heiss ist. 

In der Wüste Lut
Einkauf
beim Bäcker
Picknick in der Moschee

Karawanserei


Eine Nacht verbrachten wir in einer ehemaligen, abgelegenen Karawanserei.  Sie wurde zu einer einfachen Touristenunterkunft umgebaut. Nach dem Eindunkeln stiegen wir auf das Dach und betrachteten die Sterne. Frühaufsteher erlebten auch den Sonnenaufgang bei ziemlicher Kälte. Wir schliefen auf dünnen Matten auf dem Boden.  Essen taten wir eigentlich fast immer das gleiche: Reis mit magerem Lamm oder Poulet und dazu Gemüse (Tomaten, Gurken und Auberginen). Trotzdem assen wir mit grossem Appetit, denn es schmeckte jedes Mal doch etwas anders. Unterwegs hatten wir Gelegenheit, Pistazien, Safran, Berberitze und iranisches Gebäck im Basar zu kaufen. Täglich bekamen wir frische Wasserflaschen im Bus. In den Restaurants trinkt man Wasser oder alkoholfreies Bier und zum Abschluss sehr guten Tee, manchmal mit Safranfäden drin. In der Regel übernachteten wir 2 mal am gleichen Ort, ausser in der Karawanserei. 

 In original iranischen Restaurants kann man auf Takhts oder am Tisch sitzen. Takhts sind flache, mit Teppichen und Rückenpolstern ausgekleidete Holzpodeste. Das Essen im Schneidersitz ist gewöhnungsbedürftig. Wir lernten auch die Wasserpfeife kennen. Es war ganz lustig und es schmeckte etwas nach Pfefferminze. Unsere Reiseleiterin hatte zeitweise einen Tisch zu Hause. Nun hat sie ihn liquidiert um Platz zu schaffen in der Wohnung und die Familie isst wieder auf dem Boden. 

auf dem Dach der Karawanserei
Drei hübsche Damen
 
 

Yazd

Die StadtYazd wurde als Oase gegründet und besteht seit dem 3. Jahrtausend vor Christus. Yazd ist das Zentrum der zoroastrischen Religion mit vielen Feuertempeln. Für die Wasserversorgung wurden schon in der Antike Wasserkanäle angelegt. Diese kann man im Wassermuseum besichtigen. Zur Kühlung und Belüftung dienen die berühmten Windtürme. Wir bummelten in der Altstadt und bewunderten die schönen Moscheen, die Wasserkanäle und die Windtürme. Die Stadt wurde als UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen (Persepolis natürlich auch und v.a.m.). 

Windturm
Urs mit Ramin unserem Fahrer
Wintürme in Yazd
Safran Verkäufer
 

Isfahan

Unsere letzte Station war Isfahan, im persischen Wortspiel auch ‘die Hälfte der Welt‘ genannt. Seine Glanzzeit erlebte Isfahan unter der Dynastie der Safawiden (1501-1722), die Isfahan zur Hauptstadt machten und durch zahlreiche Prachtbauten und Gartenanlagen verschönerten. Im Bild ist der prachtvolle historische Platz Naqsch-e Dschahan von 1598 zu sehen. Um dem Platz herum sind der Königsmoschee und die Hohe Pforte sowie Basare angeordnet. Tagsüber ist der Platz voll von Menschen. Unser Hotel lag ganz in der Nähe und wir schlenderten öfters zum Platz. 

Am Tag der Abreise besichtigten wir die schöne 33-Bögen Brückeüber den Fluss Zayandeh Rud. Er war früher der wasserreichste Fluss in Zentralasien. Seit dem Bau der Staumauer ist er ein Grossteil des Jahres ausgetrocknet. Umso mehr erfreuten wir uns am Anblick des vielen Wassers, den er gerade führte. 

der grosse Platz
Moschee
nochmals der grosse Platz

zurück nach Teheran

Auf der Rückreise nach Teheran machten wir einen Tee-Stop und wir zelebrierten den Abschied von unserer sehr kompetenten Reiseleiterin und dem sehr zuverlässigen Buschauffeur. Abends um 8 Uhr waren wir am Flughafen und gaben unsere letzten Rial Millionen aus für iranisches Gebäck. Die Reise hat sich gelohnt. Die Bevölkerung ist im Gegensatz zur Mullah Regierung ausserordentlich freundlich und man fühlt sich als Tourist willkommen. Einzig die Rial Millionen machten uns zu schaffen: 1 Mio Rial entspricht 6,70 Euro gemäss örtlicher Wechselstube. Im Internet kostet dies jedoch 21 Euro. Es gibt offenbar 2 verschiedene Wechselkurse. Ausserdem lassen die Iraner im täglichen Umgang eine Null weg und sprechen von 100‘000 Toman. Die Verwirrung war nun komplett. 

Ein herzliches und grosses Danke an unsere Organisatorin Monica und ihren Mann Behrouz Varghaiyan sowie den beiden iranischen Reiseleiterinnen Masha und Marzhieh sowie unserem Fahrer Ramin. Die Reise wird uns unvergesslich bleiben! 

Christine Friberg und Silvia Willi